© Leila Ivarsson

Kirche im Dialog mit der säkularen Ritualpraxis

Freie Ritualbegleiter*innen, kirchliche Rituale für Konfessionslose, Hochzeitsmessen und manchmal auch ein Mops, der die Ringe bringt ... Die kirchliche Ritualpraxis der Gegenwart ist provoziert – aufgefordert, sich aus eigenen Selbstverständlichkeiten herausrufen und von dieser Gegenwart anregen zu lassen.

Kirche im Dialog zu sein, bedeutet hier, sich mit der säkularen Ritualpraxis auseinanderzusetzen und sich den Veränderungsprozessen kreativ und mutig zu stellen. Wir haben dafür eine ganze Menge Ideen.

Forschen, inspirieren, machen – das heißt hier:

© Thomas Doermer
© Thomas Doermer
© Thomas Doermer
© Thomas Doermer

Kirche für Konfessionslose?

Seit 1998 sind in ganz Ostdeutschland zahlreiche kirchliche Alternativen zur Jugendweihe neben Konfirmation und Firmung entstanden – am bekanntesten sind sie unter dem Namen "Feiern der Lebenswende" oder "Segensfeiern" geworden. Jedes Jahr ploppen neue Inititiaven auf. Sie richten sich an konfessionslose Familien und finden vor allem im Umkreis christlicher Schulen statt. Gerne beraten wir dich zu diesem Thema. Hier kannst du dich schon einmal grundlegend darüber informieren:

bibelwissenschaft.de

rpi-loccum.de

© EVA Leipzig

Lebensübergänge begleiten

Einen Film über eine Segensfeier an einer evangelischen Schule sowie Überlegungen zu anderen Lebensübergänge begleitenden Ritualen im Kontext mehrheitlicher Konfessionslosigkeit (u.a. "Knockin‘ on Heaven’s Door", Jugendweihe- und Konfirmationsjubiläen, Meisterfeier für Handwerker*innen) findest du im Buch "Lebensübergänge begleiten. Was sich von Religiösen Jugendfeiern lernen lässt" (hrsg. von Michael Domsgen & Emilia Handke).

© Tom Morel (unsplash)

Segen2go

Neben Konfirmation, Firmung oder Bar/Bat Mitzwa existiert inzwischen eine wachsende Fülle an Ritualen für die vielen Jugendlichen, die keiner Religionsgemeinschaft angehören: Zur Jugendweihe und Feier der Lebenswende gesellen sich Rituale von Erlebnispädagog*innen (u.a. "Phönixzeit", "Drachinzeit") oder freien Ritualbegleiter*innen sowie eine zunehmend privatisierte Gestaltung dieses Übergangs ("Sweet Sixteen"). Die nächste deutschlandweite Kooperationstagung zu diesem Thema findet am 14./15. Januar 2022 in Berlin statt. Hier erfährst du mehr über die Fortbildung:

Anmeldung Segen2go

Wir brauchen eine "Kasualagentur"

Warum es einer Ergänzung des parochialen Zugangswegs zu Kasualien bedarf, darüber hat Emilia Handke viel geforscht und auch einiges geschrieben. Gemeinsam mit den beiden Hamburger Kirchenkreisen haben wir seit 2018 an einem innovativen Modell für den Großraum Hamburg gearbeitet. Die "Ritualagentur" befindet sich im Aufbau und wird 2022 an den Start gehen. Folge einfach dem Link, um mehr darüber zu erfahren:

futur2.org

© Elbtauffest 2019
© Kohlhammer

Provozierte Kasualpraxis

Der jüngste Diskurs wird in diesem Buch gebündelt – es geht auf eine gemeinsame Tagung 2018 an der Philipps-Universität Marburg zurück und inszeniert den Dialog zwischen Theorie und Praxis sowie zwischen kirchlichen und nichtkirchlichen Ritualpraxen, u.a. am Beispiel von Trauung und Bestattung. Überlegungen zu einer sog. Kasualagentur spielen genauso eine Rolle wie das Portal "rent-a-pastor" oder eine Fachschule für Rituale aus der Schweiz.

© Güterslohner Verlagshaus

Kasualien auf dem freien Markt

Auch in dieser Zeitschrift wird darüber nachgedacht, wie das aussehen kann: Kirche und Theologie im Dialog mit der säkularen Ritualpraxis zu sein. Es geht um den Nachvollzug der historischen Entwicklung, einen theologischen Dienstleistungsbegriff, Klartext über die heutigen Anforderungen an kirchliche Kommunikation, erste Beobachtungen zu den Kund*innen freier Ritualbegleiter*innen, eine Fallstudie über pastorale Grenzgänger*innen und eine Diskussion über Bestattungshäuser in kirchlicher Trägerschaft.

Zum Inhalt

© Emilia Handke

Taufe im säkularen Kontext

Eine Fortbildung in Kooperation mit dem Gottesdienstinstitut der Nordkirche zum Thema "Taufe im säkularen Kontext" fand vom 26.-28. Oktober 2020 im Haus am Schüberg statt. Wir haben u.a. Liebesbriefe von Gott geschrieben, Begrüßungsformate für Neugeborene entwickelt, Gemeindehomepages unter der Frage "Kirche im Dialog?" gecheckt, über geeignete Tauflieder und Erinnerungs- und Verbindungszeichen nachgedacht. Da war viel Glanz in den Manövern und Gesichtern – und die Arbeit miteinander in diesen drei Tagen ein großes Privileg.

Fortsetzung folgt!